Wissenswertes : Wissenschaftliche Abhandlung zur APM I (1)

Akupunkt-Massage nach Penzel - prinzipielle
diagnostische und therapeutische Aspekte
einer modernen Behandlungsmethode
auf klassischen Grundlagen
von H.Chavanne

aus: "Acta medica empirica - Zeitschrift für die ärztliche Praxis"

Zusammenfassung

Akupunkt-Massage nach Penzel ist ein unblutiges Behandlungsprinzip, das auf den Grundlagen und Gesetzen der klassischen Akupunkturlehre, der Auriculotherapie, der Neuraltherapie nach Huneke und der Chirotherapie basiert und das Wesentliche dieser Therapien in logischer Reihenfolge sinnvoll miteinander verbindet, um dadurch eine überdurchschnittlich hohe therapeutische Effizienz erzielen zu können. Ihr Einsatzgebiet umfasst hauptsächlich funktionelle Störungen und Erkrankungen, sie ist aber auch als adjuvante Therapie sehr erfolgreich bei organisch manifesten Krankheitsbildern einsetzbar. Da die Akupunkt-Massage nach Penzel nur nach differenzierter Aktualitätsdiagnose in bezug auf die momentane Verteilung der Steuerungsenergie "Qui oder Chi" im Meridiansystem sinnvoll durchgeführt werden kann, wurden entsprechende Untersuchungsstrategien entwickelt, von denen die gebräuchlichsten erläutert werden.

I.
Grundlagen und Methode


Hauptsächlich bei funktionellen Erkrankungen, aber auch als Adjuvans bei den meisten organisch manifesten Erkrankungen, um deren funktionelle Komponente zu bessern, lässt sich die Akupunkt-Massage nach Penzel (kurz APM) mit sehr gutem Erfolg einsetzen. Diese Behandlungsmethode beruht auf den Grundlagen und Gesetzmässigkeiten der klassischen Akupunkturlehre, ebenso wie der Auriculotherapie, der Neuraltherapie und der Chirotherapie. Mit der Fingerbeere des Mittelfingers übt der Behandler einen sanften Druck auf eine kleine Metallkugel am Ende eines Metallstäbchens aus, während er die Kugel entlang des zu behandelnden Meridians führt, um in diesem das Fliessen der Steuerungsenergie "Chi" in der Flussrichtung des Meridians anzuregen. Dabei entsteht auf der Haut als Reizantwort meist eine leichte Rötung im Sinne eines Dermographismus oder eine sichtbare Abblassung, welche einen Hinweis auf die erfolgreiche Stimulierung des Meridians geben. So findet man durchaus unterschiedliche Reaktionen verschiedener Meridiane oder Meridianabschnitte auf diesen immer gleichbleibenden sanften Reiz, -die Veränderung kann auch in Teilen eines Meridians sehr rasch wieder verschwinden oder erst gar nicht auslösbar sein -, woraus sich gewisse Rückschlüsse über die Verteilung des Chi und die Reaktionsbereitschaft des therapierten Meridians ziehen lassen. Dieses Zeichen ist aber ein Befund, der nur am Rande mitbewertet wird und nicht primär als diagnostischer Indikator dient. Der Nachweis der Existenz nicht nur der Akupunkturpunkte, sondern auch der Meridiane und dass in ihnen etwas richtungsorientiert "fliesst", konnte mit naturwissenschaftlichen Methoden durch verschiedene experimentelle Untersuchungen (unter anderem von Darras et al.) erbracht werden. Durch Einbringen von Radionucliden in Akupunkturpunkte konnte so mit der Scintillationskamera eine Migration im klassischen Meridianverlauf und eine von Lymphgefässen und Blutgefässen deutlich unterschiedliche Fliessgeschwindigkeit der Radiotracer in den Meridianen gemessen werden. Die klassische Forderung, dass vor jeder Therapie die Diagnose stehen soll, gilt in ganz besonderem Masse für die Akupunkt-Massage nach Penzel, und zwar in zweierlei Hinsicht:

1.
Durch klinische Abklärung und Diagnose wird entschieden, ob der Patient für eine physikalische Therapie und somit für die APM geeignet ist.

2.
Vor jeder Behandlungssitzung wird "ein energetischer Befund" erhoben, der das therapeutische Vorgehen steuert und eine Grundvoraussetzung für eine sinnvolle und erfolgreiche Akupunkt-Massage bildet, denn es mass unterschieden werden, welche Meridiangruppen oder welcher einzelne Meridian unter einem Mangel an "Chi"; der fliessender Steuerungsenergie, leidet oder an einem Überschuss. Der Ausgleich solcher Unterschiede, also die gleichmässige Verteilung über das ganze Meridiansystem, ist das therapeutische Ziel der APM. Bekanntlich durchfliesst die Steuerungsenergie Chi ständig die 12 Meridianpaare des Körpers in 3 sogenannten Umläufen zu je 4 Meridianen, jeweils 2 Yin- und 2 YangMeridianen pro Körperseite, wobei sie von einem Meridian zum nächsten über Verbindungsstrecken, die "Übergänge", weiterfliesst. Die Reihenfolge der Meridiane und der 3 Umläufe findet ihren Ausdruck in der "Meridianuhr" (Abb. 1). Etwa alle 2 Stunden ist immer einer der 12 Meridiane und anschliessend der nächste Meridian in einem Energiefüllezustand, wie wenn eine Art Einzelwelle das Meridiansystem einmal in 24 Stunden durchfliessen würde. An der Meridianuhr lässt sich somit ablesen, zu welchem Zeitpunkt der jeweilige Meridian ein Maximum und sein Oppositionsmeridian ein Minimum an Chi aufweist.

Energieflussstörung
Ist nun die gesetzmässige normale Verteilung des Chi aus irgendeinem Grunde gestört, so führt diese Energieflussstörung etwa zu einer Leere in einem Meridian oder in einem Meridianabschnitt und zu einer Fülle im Oppositionsmeridian. - Oder die Verhältnisse sind umgekehrt und wir finden im betroffenen Meridian einen Überschuss - eine Fülle - und in seinem Oppositionsmeridian eine Leere. Diese Leere- und Füllezustände gehen mit Schmerzen in den zugehörigen Körperregionen einher und mit Funktionsstörungen von Organen, Gefässarealen und Bereichen des vegetativen Nervensystems, welche in topographischer Beziehung zum jeweiligen Meridian stehen. So finden wir beispielsweise bei Kreuzschmerzen immer entweder eine Leere oder eine Fülle im Blasenmeridian, besonders in dem Abschnitt, der über dem schmerzhaften Areal liegt. Ganz analog sind die Verhältnisse in allen anderen Meridianen und hierbei kann es sich um Schmerzen am Bewegungsapparat, um Bewegungseinschränkungen oder um Funktionsstörungen innerer Organe handeln.

Ob sich ein Fülle- oder ein Leerezustand im Meridian findet, hängt davon ab, ob das Geschehen akut oder chronisch-degenerativ ist. Am Beispiel einer Erkältungskrankheit lassen sich die verschiedenen Phasen des Geschehens aus energetischer Sicht erläutern: Zunächst (im Stadium des Fröstelns und der Unterkühlung) finden wir einen Leerezustand im Meridiansystem. In diesem Stadium wäre die Therapie der Wahl: Energiezufuhr in jeder Form, z. B. Wärme. Dieses Prodromalstadiurngeht über in das akute Stadium mit Hyperämie, Hypersekretion, Hyperthermie, eventuell Fieber und wir finden energetisch eine Fülle im Meridiansystern. Hier besteht die Therapie in energieableitenden Massnahmenwie kühlen Umschlägen usw.. Das akute Stadium geht manchmal, abhängig von der körpereigenen Abwehrsituation, in ein chronisches Stadium über, in dem sich wieder ein Leerezustand im Meridiansystem einstellt, das wir vorzugsweise wieder mit energiezuführenden Massnahmen behandeln können. Diese allgemeine und von jeher bekannte ener(zetische Gesetzmässigkeit wird in der physikalischen Therapie beachtet. Man denke nur an die Kryotherapie. die bei akuten stumpfen Traumen angewandt wird, da ein solches Trauma anfangs immereinen maximalen Füllezustand im betroffenen Meridian bewirkt. Ebenso selbstverständlich sind Wärmeanwendungen - etwa mit Packungen oder Kurzwelle - bei chronisch-degenerativen Gelenkerkrankungen. Aber nicht immer liegen die energetischen Verhältnisse so klar zutage, wie bei einem frischen stumpfen Trauma oder einer Entzündung. Das grundlegende therapeutische Prinzip einer effektiven und gezielten Akupunkt-Massage nach Penzel ist der energetische Ausgleich und die Neuverteilung bei Füllungsdifferenzen zwischen einzelnen Meridianen oder Meridiangruppen, indem durch den Stäbchenzug der leere Meridian "gebahnt", tonisiert und aufgefüllt wird. Das einfliessende Chi wird gleichsam aus einem anderen, vollen Meridian herangezogen. So lassen sich indirekt übervolle Meridiane sedieren, indem man die überschüssige Energie in einen anderen leeren Meridian durch dessen Stimulation mit dem Stäbchen ableitet. Hierbei wird nach den klassischen Akupunkturregeln vorgegangen. Dies erfordert allerdings das Erkennen der jeweiligen energetischen Tages- oder Momentansituation - meridianbezogen - vor jeder Behandlung. ES wurden daher verschiedene diagnostische Strategien entwickelt, um eine sichere Befunderhebung zu ermöglichen und auch nach der Behandlung deren Wirkung nachkontrollieren zu können.

II.

Spezifische Untersuchungsmassnahmen


Sie teilen sich in 2 Gruppen:


a):
Tests bei Vorhandensein von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zum Zeitpunkt der Behandlung, wenn der Patient also Angaben über Verbesserung oder Verschlechterung seiner Beschwerden während des Tests machen kann.

1. Der "Probestrich"

Mit dem Stäbchen wird der Anfang des Konzeptionsgefässes von der Symphyse bis zum Nabel durch mehrmaliges Bestreichen intensiv stimuliert. Dadurch verändert sich die Verteilung des Chi in den beiden übergeordneten Gefässen, dem Konzeptionsgefäss und dem Lenkergefäss, indem sich im stimulierten Anteil des KG ein Füllezustand des Chi entwickelt. Dieser Füllezustand geht aber auf Kosten des Lenkergefässs, aus welchem das Chi abgezogen wurde. Diese Verlagerung des Chi vom Lenkergefäss ins Konzeptionsgefäss führt nunmehr zu einer Stimulierung aller Yin-Meridiane, die ja bekanntlich von dem ihnen übergeordneten Konzeptionsgefäss gesteuert werden. Der Patient wird nun befragt, ob seine Beschwerden eher besser oder eher schlechter geworden sind. In den allermeisten Fällen kann er dies eindeutig erkennen, - es kommt zeitweise auch vor, dass die Beschwerden für kurze Zeit völlig verschwunden sind. - Eine Verbesserung wäre dann ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Beschwerden des Patienten auf einer ursprünglichen Leere im Yin oder einer ursprünglichen Fülle im Yang beruht haben. Wenn der Patient keine Verbesserung erkennen kann oder sogar eine Verschlechterung seiner Beschwerden spürt, dann sind die Verhältnisse umgekehrt, dann ist dies ein deutlicher Hinweis, dass die Beschwerden auf einer Fülle im Yin und einer Leere im Yang beruht haben, da dieser Zustand durch die Massnahme des Probestrichs ja verstärkt wurde.

2. Der Test nach der Mittag-Mitternachts-Regel

Zunächst wird festgestellt, welcher Meridian die engste topographische Beziehung zum Beschwerdeareal hat, also welcher Meridian über die Region oder das Organ hinwegzieht. Um herauszufinden, ob sich der Meridian in einem Fülle- oder Leerezustand befindet, wird der Oppositionsmeridian der anderen Körperseite energetisch gesehen der am weitesten entfernte Ort- über den Tonisierungspunkt und den Quellpunkt stimuliert und dadurch das Chi des zu testenden Meridians in den Oppositionsmeridian abgezogen. Wieder gibt die Frage an den Patienten, ob sich seine Beschwerden verbessert oder verschlechtert haben, analog zum Probestrich Auskunft darüber, ob es sich um einen Fülle- oder Leerezustand im Meridian handelt, so dass entsprechend der dadurch gewonnenen Erkenntnis jetzt energiezuführend der leere Meridian oder energieableitend andere Meridiane therapiert werden können.

b):
Wenn zum Zeitpunkt der Behandlung keine Beschwerden bestehen, die die Aussage "besser oder schlechter" ermöglichen (Beispiel: Wochenendmigräne).

3. Energetischer Befund über Ohrreflexzonen

Hier gilt, dass bei der Abtastung mit einem Stäbchen mit kleinerer Kugel ein Druckschmerz am Lobulus, am Ohrrand oder im Sulcus helicis einer Leere im korrespondierenden peripheren Gebiet und ein Druckschmerz in allen übrigen Anteilen des Ohres einer Fülle dort entspricht. Diese Testmethode bietet die Möglichkeit, die energetische Verteilung sowohl im gesamten Yin oder Yang als auch in einzelnen Meridianen oder in einzelnen Organen, entsprechend der Retlexzonen des Ohres (Abb. 2), zu erkennen.

4. Sand- und Seidenstriche

Dieser Test beruht darauf, dass sich ein Meridian im Zustand der Fülle beim sanften Bestreichen mit der Fingerbeere in Energiellussrichtung sandartig rauh und gegen diese seidenartig glatt anfühlt. Den geuenteihuen Tastbefund erhält man bei einem Meridian in Energieleere. Diese Testmethode erfordert allerdings einige Übung, führt aber dann zu relativ sicheren und reproduzierbaren Ergebnissen.

5. Die klassische Pulastastung der TCM an den Radialispulsen

Sie wird im Rahmen der APM hauptsächlich im Zusammenhang mit der Therapie über die 5 Elementenlehre verwendet. Dies sind die in der APM gebräuchlichsten Test- und Tastmethoden - es gibt noch weitere.

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