Wissenswertes : Rückenschmerzen & Bandscheibenschäden (1)

Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden

Die Fehlkonstruktion:
W I R B E L S Ä U L E
Die Folgen:
R Ü C K E N S C H M E R Z E N
und
B A N D S C H E I B E N S C H Ä D E N


Alle Wirbeltiere (Hunde, Katzen, Pferde, etc. und alle Affenarten) haben vier Extremitäten und benutzen Vorder- und Hinterfüsse, um sich fortzubewegen. Bei einem Vierbeiner schwingt die Wirbelsäule bei jedem Schritt einerseits in Richtung Bauch, andererseits zur Seite. Nur in Ausnahmesituationen werden von der Wirbelsäule Bewegungsabläufe vom Kopf zum Becken abverlangt.

Im Zuge unserer menschlichen Entwicklung haben wir uns auf die "Hinterfüsse" gestellt. Unser Gehirn konnte eine unter den Wirbeltieren einzigartige Veränderung erfahren, doch unsere Wirbelsäule musste sich den ganz neuen Bewegungsabläufen anpassen, für die sie eigentlich nicht konstruiert wurde. Der aufrechte Gang bewirkt grösste Druckbelastungen auf dem Beckengürtel. Um überhaupt den Kopf oben tragen zu können, muss sich die Wirbelsäule mehrmals verbiegen. (Man spricht auch von der physiologischen Lendenwirbel-Lordose, der Brustwirbel-Kyphose und der Halswirbel-Lordose). Gleichzeitig erwarten wir, dass wir trotz der "Bauveränderungen" belastbar und beweglich wie die Tiere bleiben. Durch die Bandscheiben sind die einzelnen Wirbel wie auf Kissen gelagert, die Druck und Stoss abfedern und doch gleichzeitig elastisch genug sind, um bei Drehung, Beugung und Streckung sich so zu verformen, dass niemals die seitlich aus der Wirbelsäule austretende Nerven eingeengt werden.

Zum besseren Verständnis der Rückenschmerzen und der Bandscheibenschäden, möchte ich Ihnen den Bau der Wirbelsäule kurz erläutern. Die Wirbelsäule besteht aus 7 Halswirbeln, 12 Brustwirbeln und 5 Lendenwirbeln. (Die ehemaligen fünf Kreuzbeinwirbel und auch die vier bis fünf Steissbeinwirbel sind im Laufe der Entwicklung zum Kreuzbein und Steissbein verschmolzen.) Die einzelnen Wirbel bestehen aus einem sehr massiven Wirbelkörper, den Wirbelbögen die den Wirbelkanal bilden, zwei Querfortsätzen und einem Dornfortsatz. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben. Sie bestehen aus einem bindegewebigen Faserring mit einem gallertartigen Kern. Die Wirbelkörper sind im Halsbereich relativ zierlich und werden im Brust- und Lendensäulenbereich grösser und massiver, um dem erhöhten Druck standzuhalten. Kräftige Bänder, Sehnen und Muskeln geben der Wirbelsäule den notwendigen Halt und ermöglichen Bewegungen in genau vorgegebenen Ebenen. Im Wirbelkanal befindet sich gut geschützt das Rückenmark. Rechts und links treten durch die Zwischenwirbellöcher die Spinalnerven aus. Der Ischiasnerv ist wohl der allgemein bekannteste und auch schmerzempfindlichste. Er zieht von dem untersten Lendenwirbel und dem Kreuzbein durch die Gesässmuskulatur zur Kniekehle. Hier teilt er sich. Beide Äste versorgen die Wadenmuskulatur, wobei ein Anteil bis zum kleinen Zeh zieht.

Die Wirbelsäule ist ein Meisterwerk der Statik und der Dynamik. Leider hat unsere menschliche Entwicklung, unsere Lebensweise und der Arbeitsalltag die Wirbelsäule sehr störanfällig werden lassen.

Als Kleinkind dürfen wir noch auf allen Vieren krabbeln und unsere Umwelt aus diesem Blickwinkel kennenlernen. Doch schon die kindliche Neugier zwingt uns relativ früh dazu, die Dinge zu erreichen, die auf dem Tisch liegen - wir richten uns auf. Stolze Eltern und Grosseltern unterstützen das Kleinkind oft zu früh in dieser Entwicklung. Hier kann schon die Ursache späterer Erkrankungen liegen. Das aktive Krabbeln stärkt auf natürliche Weise die Muskulatur des Rückens. Erst wenn diese Voraussetzung geschaffen ist, kann sich das Kind aus eigenen Kräften aufrichten. Wird das Baby von uns Erwachsenen sehr früh auf die Füsse gestellt, so können Muskeln, Bänder und Sehnen die kleine Wirbelsäule kaum halten, mit der Folge, dass sich die Wirbel seitlich verlagern. Man spricht auch von der kindlichen Skoliose. Was macht nun der Kinderarzt? Er verordnet krankengymnastische Übungen. Diese Gymnastik, die Ihr Kind jetzt erlernen muss, war in seiner ersten Entwicklungsphase Bestandteil seines natürlichen Bewegungsdranges: Krabbeln, auf dem Bauch liegen und wippen, sich robbend fortbewegen.

Mit zunehmendem Längenwachstum nehmen auch die statischen Probleme zu. Einerseits möchten Jugendliche nicht so gross erscheinen und halten sich gekrümmt, andererseits halten sich Heranwachsende krumm, weil die Muskeln zu schwach sind, um den aufgeschossenen Körper aufrecht zu halten. Dazu kommen die schweren Büchertaschen, die oft einseitig getragen werden und die selten anatomisch richtig geformten Stühle und Tische in der Schule. Die arme Wirbelsäule macht alles mit, ohne viele Schmerzen zu bereiten.

Der morgendliche Rückenschmerz von vielen Jugendlichen wird selten als Krankheitszeichen des Bewegungsapparates bewertet und ernstgenommen. Doch gerade diese ersten Anzeichen sollten beachtet und behandelt werden. Fehlbelastungen der gesamten Wirbelsäule können die Folge, aber auch die Ursache für Blockaden im Kreuz-Darmbein-Gelenk sein. Zusätzlich sollte man bedenken, wenn Ihr Kind unkonzentriert ist und nicht die erwarteten schulischen Leistungen bringt, dass die Wirbelsäule, die das Rückenmark umgibt, nicht nur den Kopf trägt, sondern auch über die Rückenmarksflüssigkeit, genannt Liquor, eine direkte Verbindung zum Gehirn bildet. In dieser Flüssigkeit ist das Rückenmark und das Gehirn gelagert. Bewegungsmangel, statische Veränderungen und Blockaden können zu einer Mangelversorgung des Liquors führen und somit auch die Ursache für Konzentrationsmangel und schlechte Noten sein. (Allerdings soll dies keine Entschuldigung für wirklich faule Schüler sein!)

Ischialgie und "Hexenschuss"

Kaum ist die Ausbildungszeit beendet, trifft uns wie aus heiterem Himmel der erste "Hexenschuss" oder die Ischialgie. (Die meisten Ischialgien treten zum ersten Mal zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf.) Man geht krumm und bucklig und kommt sich wirklich uralt vor. Durch eine falsche Bewegung, eine unvorbereitete Drehung unter Belastung kommt es zu einer spontanen Nervenreizung, meistens im Bereich der Nervenaustrittspunkte an der Wirbelsäule. Besonders störanfällig ist vorallem der Ischiasnerv, da im Lendenbereich eine grosse Bewegung möglich ist und auch die höchste Belastung herrscht. Doch auch alle anderen Segmentnerven können spontan gereizt werden, was man im Volksmund als Hexenschuss bezeichnet.

Ischialgien können in der Schwangerschaft auftreten, wenn das Baby, in ungünstiger Lage, Druck auf den Nerven ausübt. Natürlich kann dieser Schmerz auch durch Tumore, Muskelverhärtungen und Bandscheibenvorfälle verursacht werden. Durch den permanenten Druck entsteht eine ständige Reizung des Ischiasnerven, wodurch die sehr schmerzhafte Entzündung ausgelöst wird.

Eine Entzündung des Ischias kann allerdings auch bei Unterkühlung, bei grippalen Infekten, Masern, Thyphus, Zahngranulomen, Mandelentzündungen und bei Diabetes mellitus auftreten. Unterleibserkrankungen und auch Nierenbeckenentzündungen können zu einer Irritation des Ischias führen. Hierbei wird der Schmerz nicht durch eine statische Belastung ausgelöst, sondern durch die Toxine des Krankheitserregers. Ihr Arzt wird in diesen Fällen medikamentös eingreifen, um die organische Erkrankung zu beseitigen. Sehr häufig werden Breitband-Antibiotika, Schmerzmittel und Vitamin-B kombiniert.

Ihr Orthopäde wird bei einer akuten Ischialgie zuerst krampflösende und schmerzlindernde Medikamente verabreichen. Sehr häufig kommt auch ein Vitamin-B-Komplex dazu, der zur Nervenberuhigung und zur Nervenregeneration beiträgt. Vitamin-B wird auch im Volksmund als Nervennahrung bezeichnet.

Chronische Ischialgien werden vor allem röntgenologisch abgeklärt, d. h. durch eine Aufnahme der Lendenwirbelsäule versucht man die Ursache der ständig wiederholt auftretenden Nervenreizungen zu erkennen. Statische Veränderungen de Lendenwirbelsäule, Hohlkreuz, Beckenschiefstand, Beinlängendifferenzen und auch die gefürchteten Bandscheibenschäden können den Ischiasschmerz verursachen. In der westlichen Medizin werden diese chronischen Beschwerden gerne konservativ behandelt. Hierzu zählen klassische Muskelmassagen, Krankengymnastik, Packungen und Elektrotherapie.

Bandscheibenschäden - Bandscheibenvorfall

Hätten wir noch den Bewegungsablauf wie unsere Urväter, so wäre auch uns der Bandscheibenschaden fremd. Die zunehmenden Bandscheibenvorfälle sind die Reaktionen des Organismus auf zu einseitige Belastungen. Die Muskeln, die nicht durch tägliche Beanspruchung gefordert werden, verkümmern. Je schwächer der Halteapparat der Wirbelsäule wird, desto bewegungsträger werden wir, desto schlechter wird auch die Statik der gesamten Wirbelsäule. (Wieviele Stunden am Tag sitzen wir am Arbeitsplatz, im Auto und am Abend im Sessel? Wieviel Zeit verbringen wir dagegen pro Tag in Bewegung?).

Das Ungleichgewicht zwischen Muskelaktivität, körperlicher Anspannung und geistiger Tätigkeit fördert die degenerativen Veränderungen der Bandscheiben, der Muskulatur und der Wirbelsäule. Eine ungünstige Bewegung, z. B. Drehung mit Belastung, lässt die Bandscheibe einseitig zwischen den Wirbelkörpern verrutschen. Diese minimalen Lageveränderungen bewirken eine andere Druckverteilung auf dem Bandscheibenkern, der zur Seite oder zur Mitte gedrückt wird.

Der Bandscheibenvorfall äussert sich mit einseitigen Schmerzen, die im Nervenverlauf ausstrahlen können und/oder Taubheitsgefühle und Sensibilitätsstörungen verursachen. Bandscheibenvorfälle, die Lähmungserscheinungen von Blase und Mastdarm bewirken, müssen innerhalb von 24 Stunden operiert werden, da sonst bleibende Schäden entstehen.

Obwohl sich die Operationstechniken in den letzten 20 Jahren verfeinert haben, greifen Orthopäden und Neurochirurgen nur noch in Ausnahmefällen zum Skalpell oder der Absaugsonde. Sehr häufig hat es sich nämlich ergeben, dass der operierte Bandscheibenpatient nach ein paar Jahren über erneute Schmerzen in einem anderen Bandscheibenbereich klagt. Die Wirbelsäulenprobleme wurden durch die Operation kurzfristig gelindert, um dann an anderer Stelle erneut aufzutreten. Die Versteifung zweier Wirbel zwingt den Organismus zu einer erhöhten Mobilität in den benachbarten Wirbelabschnitten. Diese sind dieser Belastung nicht gewachsen und der nächste Bandscheibenvorfall ist vorprogrammiert.

Die konservative Therapie aller Bandscheibenschäden wird heute wieder bevorzugt. Ihr Orthopäde gibt Ihnen schmerzberuhigende Medikamente, sorgt für eine anatomisch richtige Lagerung und hofft, dass sich der Bandscheibenvorfall durch Entspannung von selbst rückbildet. (Nach statistischen Auswertungen ist dies in über der Hälfte aller diagnostizierten Fällen möglich.)

Gezielte Krankengymnastik, Elektrotherapie, Stangerbäder, Schlingentisch, Packungen, Massagen und noch vieles mehr wird angeboten, doch der Effekt ist sehr umstritten. (Welcher Patient mit Rückenschmerzen turnt schon gerne?) Die Angst vor erneuten Schmerzen zwingt die Muskeln in eine Schonhaltung, die die Erkrankung noch verschlimmert. Schmerzmedikamente und Beruhigungsmittel lindern zwar die Leiden, lösen aber das Problem nicht und können so die Heilung wenig fördern. Kuren werden verordnet, doch kaum hat der Alltag wieder begonnen, setzen auch die Rückenschmerzen wieder ein.

Weiter zu Seite 2 >>

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3
Seite 1 | Seite 2 | Seite 3
 
 
  Willkommen
 
  Ich biete
 
  Patienteninformation
 
  Informationsvideo
 
  Wissenswertes

- Patienteninformation
- 5-Elemente-Lehre
- APM-Creme
- Die chinesische Organuhr
- Husten, Bronchitis, Asthma Bronchiale
- Kopfschmerz & Migräne
- Narbenentstörung
- Osteoporose
- Rheuma
- Rückenschmerzen & Bandscheibenschäden (2) (3)
- Schmerz
- Wissenschaftliche Abhandlung zur APM I
- Wissenschaftliche Abhandlung zur APM II
- YIN-Striche

  Über mich
 
  Wegbeschreibung
 
  Kontakt
 
  Links