Wissenswertes : Schmerz (1)

Schmerz

Schmerz - der Freund unserer Gesundheit!

Eine wahrlich provokative Überschrift, so empfinden bestimmt viele, die in diesem Augenblick unter Schmerzen zu leiden haben. Doch der Schmerz ist der wirklich gute Freund und Beschützer unserer Gesundheit und macht uns auf Gefahren aufmerksam. Er informiert uns über Bedrohungen des Organismus von aussen und von innen. Er bewahrt uns vor Schaden, Verstümmelungen, verdorbener Nahrung und erhöht so die Überlebenschance in der Auseinandersetzung mit der Umwelt. Erst durch schmerzhafte Erfahrungen haben wir erlernt Gefahrenquellen zu erkennen und zu vermeiden.

Schmerzdefinition in der Schulmedizin

Eine internationale Expertenkommission definierte Schmerz wie folgt: "Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird." (Schmidt, Thews: Physiologie des Menschen)

Einteilung der Schmerzqualitäten aus medizinischer Sicht

Man unterscheidet zwei Schmerzqualitäten:
1. Somatischer Schmerz oder auch Oberflächen-, Muskel- und Gelenkschmerz
2. Visceraler Schmerz oder auch Eingeweideschmerz

Der somatische Schmerz

In der Haut befinden sich sehr viele oberflächige Rezeptoren die auf chemische, thermische, mechanische und elektrische Reize mit Schmerz reagieren. Die freien Nervenendigungen in den Rezeptoren melden über sensible Nervenfasern jeden Reiz der Haut an das zentrale Nervensystem. Das Rückenmark gibt diesen Impuls an das Grosshirn weiter. Hier erfolgt die Umschaltung und die Reizbeantwortung.

Der somatische Schmerz untergliedert sich in einen Oberflächenschmerz und einen Tiefenschmerz.

Sie alle haben sich schon einmal mit einem spitzen Gegenstand gestochen. Dieses momentan spitze, helle Empfinden klingt sehr schnell ab und ein dumpfer, brennender Schmerz setzt ein. Man spricht auch vom Tiefenschmerz. Ähnliches kennen wir auch von Verletzungen der Skelettmuskulatur, der Knochen und Gelenke.

Der viscerale Schmerz

Der viscerale oder Eingeweideschmerz entsteht bei rascher und starker Dehnung von Hohlorganen und Eingeweiden, mangelhafter Durchblutung und/oder Krämpfen. (z. B. Gallenkolik, Magengeschwür, Blinddarmentzündung.) Hierbei registrieren spezielle Mechano- und Chemorezeptoren, besonders der Lunge, des Magen-Darm-Traktes, der Harnblase und des Gefässsystems die veränderte Wandspannung und es erfolgt über Nervenfasern die Meldung zum Gehirn. Gleichzeitig werden Schmerzen an die Körperoberfläche übertragen. Man spricht auch vom "übertragenen Schmerz" in den Dermatomen. Diese Hautareale, die sich oft auch durch unerträglichen Juckreiz bemerkbar machen, geben Ihrem Arzt oft sehr wichtige Hinweise auf das tatsächliche Krankheitsgeschehen.

Akuter Schmerz - Chronischer Schmerz

Der akute Schmerz, z. B. nach Verbrennung und Verletzungen, (Schlag, Stoss, Unfall etc.) ist auf den Ort der Schädigung begrenzt. Die Heftigkeit der Schmerzen ist abhängig von der Grösse des betroffenen Gebietes und der Schädigung des Gewebes. Diese Schmerzen haben Warn- oder Signalfunktionen. Der Körper nimmt eine Schonhaltung ein. Einerseits wird das verletzte Gebiet auf diese Weise vor erneutem Schaden bewahrt, andererseits können Haut, Muskeln und Gewebe rascher verheilen.

Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn Schmerzzustände über längere Zeit bestehen und/oder in gewissen Zeitabständen wiederholt auftreten. (z.B. Rückenschmerz, Zahnschmerz, Kopfschmerz, Migräne.) Der chronische Schmerzpatient ist das "Sorgenkind" der Schulmedizin. Man kennt seine Krankheit, die medizinisch diagnostiziert ist, er leidet weiterhin unter seinen Schmerzen und sucht nach Abhilfe. Ganz speziell den chronischen Schmerzpatienten möchte ich mit dieser Informationsschrift ansprechen.

Dauerschmerzen, über ein halbes Jahr oder länger bestehend, gibt es in der Schmerzbeschreibung eigentlich nicht, obwohl viele Patienten über jahrelange Schmerzen klagen. Als Schmerzen kann unser sensibles Nervensystem nur jede Veränderung an den Rezeptoren registrieren. Dauerschmerzpatienten haben eine ständige, sich verändernde Sensibilität, wodurch das Gehirn uns bewusst auf die Schädigungen von Muskeln, Gelenken oder Organen aufmerksam macht.

Schmerzäusserung und Schmerzbewertung

Jeder von uns könnte die Schmerzen, die er schon einmal erfahren hat, beschreiben. Doch Schmerzbeschreibungen sind immer subjektiv, denn jeder empfindet sein Leiden anders und beschreibt es mit anderen Worten.

Schmerz ist ein Leitsymptom in der Medizin. Je exakter die Schmerzbeschreibung erfolgen kann, desto leichter kann Ihr Arzt Ihre Krankheit erkennen und behandeln.

- Seit wann haben Sie Schmerzen? - Wo tut es Ihnen weh? - Wie wurden die Schmerzen ausgelöst? (Verletzung, Überbelastung, ungünstige Bewegung, Ernährung etc.)
- Zu welcher Tageszeit haben Sie besonders heftige Schmerzen?
- Wie äussert sich der Schmerz? (Brennen, Stechen, Klopfen, Ziehen, Drücken usw.)

Was tun Sie selbst bei Schmerzen?

Kleine, schmerzhafte Verletzungen werden Sie bestimmt selbst mit Hilfe Ihrer Hausapotheke versorgen. Wunddesinfektionsmittel, Pflasterstreifen und Verbandsmaterial sollte stets griffbereit sein. Grössere Wunden, Brandverletzungen und auch grossflächige Abschürfungen sollten vom Hausarzt versorgt werden, um eine Wundinfektion zu vermeiden.

In den meisten Haushalten befindet sich auch, für Kinderhand nicht zu erreichen, eine Medikamentenschachtel. Hier lagern die Tropfen, Pillen, Zäpfchen und Salben, die Ihr Hausarzt Ihnen irgenwann einmal verschrieben hat und die nicht aufgebraucht wurden. All' diese alten Medikamente gehören in die Sammelbox bei Ihrem Apotheker!

Natürlich haben Sie auch ein Schmerzmittel im Hause. "So für alle Fälle"! Wenn Sie gestern gefeiert haben und heute einen "dicken Kopf" haben, dann kennen Sie die Ursache Ihrer Kopfschmerzen. Viele greifen in dieser Situation zur Kopfschmerzpille, obwohl frische Luft und viel salzhaltiges Mineralwasser auch helfen kann. Jede Schmerztablette, die Sie nicht nehmen, ist eine gute Pille!

Bleibt der Schmerz über mehrer Tage bestehen, so müssen Sie unbedingt zu Ihrem Arzt. Denn letzt ist der Schmerz nicht mehr die Folge der durchzechten Nacht, sondern ein Alarmzeichen Ihres Körpers. Die grosse Gefahr aller Schmerzmedikamente ist, dass mit der Schmerzbeseitigung nur das Symptom, die Alarmklingel, ausgeschaltet wurde, ohne die Ursache zu beseitigen.

Der Schmerzpatient in der Arztpraxis

Schmerzen, die über längere Zeit bestehen, müssen unbedingt vom Arzt abgeklärt werden!
Alle Erkrankungen unseres Körpers machen sich in irgendeinem Krankheitsstadium mit Schmerzen bemerkbar. (Die lebensbedrohliche Krankheit Krebs ist so gefährlich, weil der Schmerz relativ spät einsetzt!) Jede Art von Eigenmedikation, ohne ärztliche Untersuchung, kann hier den Schaden, den der Organismus bereits aufweist, nur verschlimmern.

Ihr Arzt hat die Möglichkeiten durch gezielte Blutuntersuchungen, Ultraschall, Elektro-Encephalogramm, EKG und andere Messtechniken festzustellen, wo die Schmerzursache liegt. Auch in unserer heutigen Zeit ist es noch immer schwer, eine genaue Diagnose zu stellen. Schmerz ist eben nicht gleich Schmerz. (Vielen Universitätskliniken sind Schmerzambulanzen angeliedert und in manchen Städten gibt es sogar spezielle Schmerzkliniken).

Ist die Krankheitsursache gefunden, so kann die gezielte Behandlung einsetzten. Hierbei werden so wenig Schmerzmittel wie möglich verordnet, um die Abhängigkeit und vor allem die sekundären Organschäden so gering wie möglich zu halten. Doch oft bleiben, auch wenn das primäre Leiden erkannt und kuriert wurde, Schmerzen zurück. Wie oft wurde da schon gesagt: "Mit diesem Leiden müssen Sie eben leben."

Diese Schmerzpatienten, die ihre Krankheit kennen und auch schulmedizinisch behandelt werden, versuchen nun andere Wege zu gehen, um ihr körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden wieder zu erlangen.

Pharmakologische Schmerzbehandlung

Unter der pharmakologischen Schmerzbehandlung versteht man:

l.) analgetische Mittel

Sie wirken schmerzhemmend und führen nicht zur Einschränkung oder Ausschaltung des Bewusstseins. Schmerzhemmende Mittel enthalten u.a. Abkömmlinge der Salicylsäure, meistens Acetylsalicylsäure (ASS). Dieser Wirkstoff ist z.B, auch in Aspirin enthalten. Analgetische Mittel können die Reaktionsfähigkeit vermindern, schwere Organschädigungen hervorrufen und zur Sucht führen. Auch wenn viele schmerzhemmende Mittel in Ihrer Apotheke rezeptfrei zu bekommen sind, so sollten Sie sich der Gefahr bewusst sein, die diese Mittel für Ihre Gesundheit sein können.

2.) narkotische Schmerzmittel

Unter diesem Begriff werden alle stark wirksamen Substanzen zusammengefasst, die einerseits auch stärkste Schmerzen lindern, andererseits aber auch zum Ausschalten des Bewusstseins führen (narkoseähnlich). Hierzu zählen vorallem Morphine, Opiate und ihre Abkömmlinge. Diese Mittel unterliegen strengster Kontrolle und werden auch im Krankenhaus nur in wirklichen Ausnahmefällen verabreicht.

3.) Psychopharmaka

Psychopharmaka oder auch Tranquillizer zählen eigentlich nicht zu den Schmerzmitteln, sondern zu den Beruhigungsmittel. Allerdings werden sie gerne zusätzlich in der Behandlung eingesetzt, da sie eine allgemeine Entspannung und Beruhigung herbeiführen. Man versucht die veränderte Stimmungslage der chronischen Schmerzpatienten zu beinflussen, denn, wer ständig unter Schmerzen zu leiden hat, verändert sich auch psychisch. In wie weit allerdings Psychopharmaka ihrerseits die Psyche, den Charakter, die Individualität verändern und das Bewusstsein beeinträchtigen ist viel diskutiert. Auch Beruhigungsmittel können der Gesundheit schaden und zur Abhängigkeit führen! Bitte sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt auch über eventuelle Nebenwirkungen von Psychopharmaka und Beruhigungsmitteln.

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